In der Presse

Seufzend säuselt die summende Wunderharfe
Die WELT

Echte musikalische Juwelen, klingenden Kleinodien funkelten am Sonnabend im mit mutigen Ohrenmenschen prall gefüllten Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe: David Geringas stellte mit sechs seiner cellostreichenden Meisterschüler die reiche Ausbeute seiner Schatzsuche vor, auf der er lauter zeitgenössische Preziosen entdeckte. Gleich mit Arvo Pärts “Fratres” für Cello-Ensemble und Trommel – archaisch schlichte Klangwelten von suggestiv irisierender Kraft – versetzte uns Geringas und sein vor glutvoller Musikalität strotzendes Ensemble Gericelli in den meditativen Frieden mittelalterlichen Klosterlebens.

Vivaldis Concerto für zwei Violoncelli in g-Moll, das Geringas für sechs Celli bearbeitet hat, antizipierte als Gegenpol der Alten Musik seinerseits die süße Ruh’ der Romantik, bevor es sich in energetischen Prestissimo-Fluten in die Lagune des ewigen Venedig ergoß. Die Offenbarung des Abends: Sofia Gubaidulinas “Am Rande des Abgrunds” für sieben Celli und zwei Aquaphone. Die Komponistin und der Widmungsträger des Werks, Viktor Suslin, schwenkten und strichen selbst die obertönigen, wassergefüllten, Weihrauchgefäßen ähnelnden Waterphones, während die Cellisten ihre Instrumente mit flirrenden Flageoletts in unerhört seufzende und säuselnde, summende und surrende Wunderharfen verwandelten. In Gubaidulinas “Quaternion” schienen gar fliegende Regentropfen an der Grenze der Hörschwelle in so zartem Pianissimo durch den Saal zu schweben, daß das ordinäre Uhrticken unseres Hörnachbarn zum unerträglich lauten Störspiel mutierte. Ermöglicht wurde das Abenteuer von der Belaieff-Stiftung, einem Juwel der Förderung der Neuen Musik. kra

Artikel erschienen in der WELT am Montag, 17. Januar 2005


Erlesene Reihe paart Klassik und russische Moderne
Die WELT

In den meisten Konzertprogrammen spielt zeitgenössische Musik eine Nebenrolle, nur nicht bei den in diesem Jahr neu begründeten Belaieff-Konzerten im Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe. Hier setzt man bewusst auf den Kontrast zwischen Klassik und russischer Moderne. Am 28. Mai (20 Uhr) wird der ukrainische Geiger Oleh Krysa zusammen mit seiner Frau, der Pianistin Tatjana Tschekina, auftreten. Der weltweit bekannte Virtuose ist Schüler der russischen Geigen-Legende David Oistrach. Das jüngste Werk des Abends stammt von der 1977 geborenen Komponistin Valeria Ivanova und wird zum ersten Mal in Deutschland aufgeführt. Außerdem erklingen Violinsonaten von Brahms, Debussy und Prokofjew sowie die virtuosen Paganini-Capricen von Karol Szymanowski und das 1982 entstandene Postludium von Valentin Silwestrow. hpe

Artikel erschienen in der WELT am 27. Mai 2004


Erstes Konzert des Belaieff Zyklus in Hamburg
Die WELT

Der russische Komponist und Kurator der Belaieff Stiftung, Viktor Suslin, wünscht sich, dass künftig häufiger als bisher neue russische Musik in Hamburg erklingt. Deshalb startet am 12..Dezember 2003 (20 Uhr) im Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe eine von ihm und der renommierten Stiftung initiierte neue Konzertreihe. Zum Auftakt erklingt “Quasi una sonata” (2. Sonate) für Violine und Klavier und in deutscher Erstaufführung die Fuga für Violine solo des 1998 in Hamburg verstorbenen Alfred Schnittke sowie ein Schubert-Trio und zwei Werke des ukrainischen Komponisten Valentin Silwestrow. Es spielen Mark Lubotsky (Violine), Olga Dowbusch-Lubotsky (Violoncello) und Dmitri Vinnik (Klavier).

Die Stiftung wurde 1884 in St. Petersburg vom Musikmäzen M.P. Belaieff gegründet, der im Dezember 1903 starb. Seitdem setzt sie sich ein für die Komponisten-Förderung und die Planung von Konzerten. Belaieff ist außerdem durch einen nach ihm benannten Leipziger Musikverlag in die Musikgeschichte eingegangen. hpe

Artikel erschienen in der WELT am 4. Dez 2003


Info

Die Belaieff-Stiftung Lesen Sie weiter »

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Stiftung Belaieff-Konzerte Hamburg

Kurator: Viktor Suslin

Organisation: Heinz-Erich Gödecke
kontaktadresse@belaieff-konzerte.de

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