19.05.2016: Russische Preziosen für Fagott und Klavier

Elisaveta Blumina, Klavier
Mathias Baier, Fagott

Konzertflyer zum Download

Michail Glinka (1804-1857):
Sonatensatz g-Moll (1825-28) nach der unvollendeten Violasonate
Bearbeitet für Fagott und Klavier von Rainer Schottstädt

Leonid Desyatnikov (*1953):
„Nachklänge aus dem Theater“ (1980/2014) für Klavier
Ouvertüre. Masque – Aus Kaschtschejs Leben – Vaudeville – Jamais… (Elegie) –
Rondeau-Chase – Glockenspiel – Finale. Masque

Nikolai Rimskij-Korsakow (1844-1908):
„Hindu-Lied“ aus der Oper „Sadko“ (1896) bearbeitet für Fagott und Klavier

Valentin Silvestrov (*1937):
„Der Bote“ für Klavier (1996)

Pause

Felix Blumenfeld (1863-1931):
„Elegie“ und „Capriccioso“ op. 19 (1894), Bearbeitung für Fagott und Klavier

Reinhold Glière (1875-1956):
„Ballade“ op. 4 (1902) bearbeitet für Fagott und Klavier

Giya Kancheli (*1935):
aus den „33 Miniatures from Music for Stage and Screen“ (1965-2002) “ für Klavier

Vasily Kalinnikov (1866-1901):
„Chanson triste“ (1892/3) bearbeitet für Fagott und Klavier

Mathias Baier stammt aus Rostock. 1974 übersiedelte er mit der Familie nach Berlin, wo er die Spezialschule für Musik (heute C.Ph.E.Bach-Gymnasium) besuchte und anschließend Fagott an der Berliner Musikhochschule „Hanns Eisler“ studierte.

Er gründete das Bläserquintett „Kammervereinigung Berlin“, eines der wenigen Ensembles, das zweimal in Folge Preisträger beim ARD-Wettbewerb wurde, sowie Preisträger in Colmar und beim Deutschen Musikwettbewerb Bonn. Als Solist gewann Baier den 1. Preis beim Wettbewerb der Musikakademie in Warschau.

Nach 3-jähriger Substituten- und Praktikanten-Tätigkeit an der Staatskapelle Berlin trat Baier 1987 die Stelle des Solo-Fagottisten in diesem Orchester an. Seit 1994 ist er außerdem Solo-Fagottist im Orchester der Bayreuther Festspiele.

Vielfältige Tätigkeiten, musikalisch und organisatorisch, in diversen Kammermusik-Vereinigungen weisen Mathias Baier als gefragten Kammermusiker aus, was auch zahlreiche Preise und CD-Produktio-nen mit diesen Ensembles belegen: „Berliner Fagott-Quartett“, „Ensemble Blumina“, „Bläserquintett der Staatskapelle Berlin“, „13 Solo-Bläser des Bayreuther Festspielorchesters“, „Berliner Bläsersolisten“, u.a.

Als Dozent für Fagott und Kammermusik an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater, am „Orchesterzentrum NRW“ und als Mentor an der Orchesterakademie der Staatskapelle Berlin betreut Baier sehr erfolgreich junge Nachwuchs-Musiker. Ende 2013 folgte Baier dem Ruf auf eine Professur für Fagott an die Hochschule für Musik in Dresden.

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16-jährig debütierte die gebürtige St.Petersburgerin  Elisaveta Blumina mit Brahms’ Klavierkonzert Nr. 1 mit dem Leningrader Symphonieorchester. Nach ihrem Umzug nach Hamburg setzte die junge Pianistin hier ihr Studium fort; bereits mit 23 wurde sie Preisträgerin mehrerer internationaler Wettbewerbe, darunter dem Int. Brahms Wettbewerb. Ihre Einspielung der Klavierstücke op. 76 und der Klaviersonate Nr. 2 von Johannes Brahms fand allseits große Anerkennung.

Neben dem klassischen Repertoire setzt sich Blumina intensiv mit der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts auseinander. Davon zeugen ihre international gelobten Aufnahmen der Werke des polnisch-jüdi-schen Komponisten Mieczysław Weinberg, für dessen Wiederentdeckung sich Blumina unermüdlich einsetzt. Beim Label cpo entsteht z.Zt. eine Serie von CDs mit Klavier- und Kammermusikwerken Weinbergs. Außerdem besteht eine langfristige Kooperation mit dem Label Naxos, sodass sie laufend weitere sowjetische und moderne russische Literatur (Valentin Silvestrov, Giya Kancheli, Galina Ustwolskaja usw.) einspielt.

Internationale Anerkennung erspielte sich Blumina mit Auftritten in der Carnegie Hall (New York), der Berliner Philharmonie, der Hamburger Laeiszhalle, der Beethovenhalle Bonn und der National Concert Hall Dublin. Als Solistin trat sie mit vielen renommierten Orchestern auf – darunter die Dresdner Philharmoniker, das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, das Malaysian Philharmonic Orchestra, die Sinfonia Varsovia, die Staatskapelle Halle sowie die Moskauer Virtuosen.

Elisaveta Blumina ist auch eine gefragte Kammermusikerin. Zu ihren Partnern zählen Kolja Blacher, Pierre Amoyal, John Zorn, das Artemis Quartett, das Vogler Quartett, Wenzel Fuchs, Hans-Udo Heinzmann, Johannes Moser, Marina Prudenskaya und Vassily Lobanov. Ferner ist sie ein gern gesehener Gast bei den Festivals in Verbier, Lockenhaus, Colmar und beim Schleswig-Holstein Musik Festival.

Die Wiederentdeckung vergessener oder unterschätzter russischer Komponisten, unentdeckter „Juwelen der Kammermusik“, aber auch die Förderung besonders begabter junger Musiker sind ihr ein großes Anliegen.

Weitere regelmäßige Aktivitäten: Mitarbeit beim Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds der Stiftung Musikleben, Partnerschaft mit dem Bläserquintett der Staatskapelle Berlin, mehrfach prämierte Liedbegleiterin (z.B. Hamburger Opernsalon), künstlerische Leiterin des „Kammermusikfestes Hamburg International“ (seit 2012) sowie des „Giluim“ Festivals in Schönebeck, 2008 Gründerin des „Ensembles Blumina“ mit Kalev Kuljus (Solo-Oboist des NDR Sinfonieorchesters Hamburg) und Mathias Baier (Fagott). Die erste CD-Einspielung dieses Ensembles mit Trios von Poulenc, Francaix und Previn wurde 2014 mit dem ECHO Klassik-Preis prämiert.