17.02.2015: KREATIVE FREUNDSCHAFTEN

KOMPONISTEN-INTERPRETEN-VERLEGER

Konzertflyer zum Download

Eugène Ysaÿe: Sonate für Violine solo Nr. 6 op. 27
Alexander Scriabin: Sonate für Klavier Nr. 1 op. 6
Louis Vierne: Sonate für Violine und Klavier g-Moll op. 23

Judith Ingolfsson  (Violine)
Vladimir Stoupel (Klavier)

Von 3 Seiten her beleuchten die Musiker– ausgewiesene Kenner des musikalischen Fin de Siècle –
großartige Werke der russischen und französischen “Belle Epoque”.

Wir erfahren, welche Freundschaften hinter den Auftragskompositionen, Uraufführungen,Widmungen und verlegerischen Entdeckungen steckten und welche kreativen Wirkungen sie entfalteten.

So würden wir z.B. wohl kaum 2015 weltweit das  Scriabin-Jubiläum feiern können, wenn nicht der Musikmäzen und -Verleger Belaieff mit der Veröffentlichung von Scriabins Sonate Nr. 1 für eine Initialzündung gesorgt und den Pianisten-Komponisten aus seiner  ersten tiefen Krise gerissen hätte… 

2006 haben sich Judith Ingolfsson und Vladimir Stoupel, beide Solisten mit eigenem Profil, zum Ingolfsson – Stoupel Duo zusammengetan, um mit ungewöhnlichen Programmen die Form eines traditionellen Konzertabends zu erweitern. Das Duo konzipiert gemischte Programme, die neben dem Duo-Repertoire auch Solo-Werke für jedes Instrument beinhalten. Ihr Credo: Die besten kammermusikalischen Leistungen entstehen aus den musikalischen Gesprächen gleichberechtigter Partner. Regelmäßig nehmen beide an renommierten Konzertreihen und Festivals als Solisten oder Duo teil (Schleswig-Holstein Musik Festival, Brandenburgische Sommerkonzerte, Forum Voix Etouffées (Paris), New Music – New Faces (Krakau), Konzerthaus Berlin, Villa Esche Chemnitz. In den USA ist das Duo in Washington, New York, Corrales (NM), Boulder und Denver (CO) aufgetreten. Darüber hinaus sind Ingolfsson und Stoupel künstlerische Leiter des Festivals „Aigues-Vives en Musique“, das sie 2009 in Südfrankreich ins Leben gerufen haben. Ihre erste gemeinsame CD erschien 2010 (En Hommage: Simon Laks); die zweite, viel gepriesene CD (Strawinsky, Schostakowitsch) kam 2011 heraus .

Judith Ingolfsson, gebürtige Isländerin, begann bereits mit 3 Jahren Geige zu spielen. Ihr Debüt als Solistin mit Orchester hatte sie – 8jährig – in Deutschland. Sie studierte in den USA bei Jascha Brodsky, David Cerone und Donald Weilerstein. Auftritte bei nationalen und internationalen Wettbewerben brachten ihr u.a. den 1. Preis beim Concert Artists Guild Competition (NY) und den 3. Preis beim Premio Paganini in Genua ein. Inzwischen hat Ingolfsson auf vielen berühmten Bühnen in aller Welt konzertiert und mit namhaften Orchestern und Dirigenten wie Wolfgang Sawallisch, Leonard Slatkin, Raymond Leppard u.v.m. zusammengearbeitet. Auch bei Musikfestivals in den USA, in Polen, Finnland, Deutschland, Frankreich und in der Schweiz ist sie ein gern gesehener Gast. Als Kammermusikerin ist sie mit verschiedenen Ensembles aufgetreten, wobei ihr Interesse auch weniger bekannten Komponisten des 20. Jahrhunderts gilt. Seit 2008 ist Ingolfsson Professorin and Musikhochschule Stuttgart. Sie spielt eine Guadagnini-Violine von 1750.

Vladimir Stoupel, heute ansässig in Berlin, emigrierte 1984 aus Moskau nach Paris, wo er rasch im Konzertleben Frankreichs Fuß fasste und auch die wichtigsten Musikzentren Europas und der USA bereiste. Als Konzertpianist spielte er mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder dem Russischen Staatsorchester und arbeitete mit Dirigenten wie Christian Thielemann, Marek Janowski, Günter Neuhold und Michail Jurowski zusammen. Stoupel ist regelmäßiger Gast bei Festivals in Frankreich, Finnland, Deutschland, in Monte Carlo und New York; zudem hat er für Rundfunk und Fernsehen produziert (u.a. ARTE, Radio France, DLR Kultur). Unter seinen CD-Einspielungen befinden sich bemerkenswerte Raritäten: „Das Leben der Maschinen“ (Antheil, Nancarrow, Mossolov) sowie viel beachtete und preisgekrönte Gesamtaufnahmen aller Sonaten A. Scriabins, aller Klavierwerke A. Schönbergs und aller Werke für Bratsche und Klavier (mit Thomas Selditz) von Henri Vieuxtemps. Seit einigen Jahren hat sich Stoupel auch als Dirigent einen Namen gemacht, wobei sein Schwerpunkt auf Werken des 20. und 21. Jhs liegt. Regelmäßig leitet er Kammeropern am Konzerthaus Berlin.