28.09.2012: Lieder- und Klavierabend: Webern + Strawinsky

Zum zweiten Mal in diesem Monat ein Konzert der Belaieff-Konzerte.
Am 28. September begrüssen wir Alexei Lubimov, der ja schon mehrfach bei den Belaieff-Konzerten aufgetreten ist und die Sopranistin Rita Balta. Das Konzert steht unter dem Motto:

Zum Gedenken an Viktor Suslin

Das Pogramm:

Anton Webern (1883-1945)

Frühe Lieder (o.op.)
     Aufblick (R. Dehmel)
     Blumengruß (J.W.v.Goethe)
     Bild der Liebe (H. Frey)
     Heiter (Fr. Nietzsche)
     Der Tod (M. Claudius)

Fünf Lieder op. 4 (1908-09)
auf Gedichte von Stefan George (1868-1933)
     Eingang („Welt der Gestalten“)
     Noch zwingt mich Treue
     Ja, Heil und Dank dir
     So ich traurig bin
     Ihr tratet zu dem Herde

Kinderstück für Klavier (o.op. 1924)

Vier Lieder op. 12 (1915-17)
     Der Tag ist vergangen (Rosegger, Volkslied)
     Die geheimnisvolle Flöte (Bethge)
     Schien mir’s, als ich sah die Sonne
          (aus Strindbergs „Gespenstersonate“)
     Gleich und gleich („Ein Blumenglöckchen“, J.W.v. Goethe)

Variationen für Klavier op. 27 (1935-36)

Drei Lieder op. 25 (1934)
nach Gedichten von Hildegard Jone (1891-1963),
Zyklus „Die Freunde“
     Wie bin ich froh!
     Des Herzens Purpurvogel
     Sterne, ihr silbernen Bienen

PAUSE

Igor Strawinsky (1882-1971)

Zwei Gedichte (1911) von Konstantin Balmont für Mezzosopran und Klavier
     Vergissmeinnicht
     Täuberich

Lied der Parascha aus dem Operneinakter „Mavra“ nach A. Puschkin (1921-22)

Sonate für Klavier (1924)
     Viertel = 112
     Adagietto
     Viertel = 112

Vier Russische Lieder (1918-19) nach russischen Volksliedern     
     Enterich
     Trinklied
     Tischsegen
     Sektenlied

Serenade in A für Klavier (1925)
     Hymne
     Romanze
     Rondoletto
     Cadenza Finale

Erinnerungen aus meiner Kindheit (1913), drei kleine Lieder nach russischen Volkstexten
     Elster
     Krähe
     Chicher-Jacher

Drei Geschichten für Kinder (1915-17) nach russischen Volksliedern für Gesang und Klavier     
     Gänseschwan
     Bär
     Tilim-bom

Die aus Litauen stammende Sopranistin Rita Balta absolvierte ihre Gesangsstudien an den Musikhochschulen in Karlsruhe, Warschau und Wien. Sie war Stipendiatin der Deutschen Schubert-Gesellschaft, der Bayerischen Theaterakademie, der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Braunschweiger Musikpodiums. 2002 war sie Preisträgerin der Sommerakademie Mozarteum im Rahmen der Salzburger Festspiele.
Als gefragte Solistin bei Internationalen Konzertreihen und Festspielen arbeitete sie u.a. mit den Dirigenten Marcello Viotti, Helmut Rilling, Peter Neumann, Johannes Kalitzke und Christoph Poppen zusammen. Ihr Repertoire reicht von der Alten Musik bis hin zur Musik des 21. Jahrhunderts. Mit dem Oscar in Verdis „Maskenball“ gab sie ihr Operndebut; es folgten Rollen u.a. in der „Zauberflöte“ (Königin der Nacht), der „Lustigen Witwe“ (Valencienne) und im „Rosenkavalier“ (Sophie).
Rita Balta hat zahlreiche Werke zeitgenössischer Komponisten (ur-)aufgeführt, darunter eigens für sie geschriebene Werke von Beat Furrer und Vykintas Baltakas. Sie arbeitete u.a. mit dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien, dem Sharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker, dem WDR-Sinfonieorchester, dem Münchener Kammerorchester und dem Bayerischen Staatsorchester sowie dem Nieuw Ensemble Amsterdam zusammen. Zahlreiche Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen runden ihre künstlerische Arbeit ab.

Alexei Lubimov (*1944, Moskau) debütierte als Zwölfjähriger mit einem Orchester in Moskau. Mit 16 gewann er den Allrussischen Klavierwettbewerb und Preise in Rio de Janeiro und Montreal. 19-jährig begann er als einer der letzten Schüler von Heinrich Neuhaus am Moskauer Konservatorium zu studieren. 1968 wurde Lubimov schlagartig bekannt, als er in Moskau Werke von John Cage und Terry Riley aufführte. Jahrelang durfte er wegen seines Eintretens für zeitgenössische westliche Musik die Sowjetunion nicht verlassen. In dieser Zeit avancierte er zu einem gefragten Interpreten von Uraufführungen russischer Komponisten wie Schnittke, Gubaidulina, Silvestrov und Pärt; aber auch die Werke von Schönberg, Webern, Boulez, Stockhausen, Ives und Ligeti gehörten weiterhin zu seinem Repertoire. Gleichzeitig beschäftigte sich Lubimov intensiv mit der Aufführungspraxis Alter Musik auf Originalinstrumenten. 1976 gründete er das Moskauer Barock-Quartett und gemeinsam mit Tatjana Grindenko die Moskauer Kammerakademie. Für Erato spielte er die gesamten Klaviersonaten Mozarts auf einem Hammerklavier ein.
Ab 1987 (im Zeichen der „Glasnost“) konnte Lubimov mit Konzerten in den USA, Europa und Japan seine internationale Karriere wieder aufnehmen. Ein Jahr später gründete er das Moskauer Avantgarde-Festival „Alternativa“. Er spielt Recitals, Solokonzerte mit den bedeutendsten Orchestern und Dirigenten der Welt sowie Kammermusik mit renommierten Partnern wie Natalia Gutman, Gidon Kremer, Heinrich Schiff, Christian Tetzlaff, Eduard Brunner, Andreas Staier und Peter Schreier. Allein in den 70er und 80er Jahren spielte er über 30 Schallplatten für das Label Melodia ein; es folgten zahlreiche hochgelobte CD-Aufnahmen für ECM, Erato, BIS, Sony u.v.m.
Lubimov fühlt sich besonders der zeitgenössischen Musik russischer Komponisten verpflichtet (insbes. Valentin Silvestrov und Galina Ustwolskaja).
Viele Jahre hatte er eine Professur am Mozarteum in Salzburg inne, momentan lehrt Lubimov am Moskauer Konservatorium.