24.05.2012: Achron, Weinberg, Prokofjew, Brahms – Heifetz, Podgaits, Frolov

Alexandre Brussilovsky, Violine und Ingmar Lazar, Klavier

Achtung: Das Konzert findet nicht am Freitag, 25.05., sondern am Donnerstag, 24.05.! statt.

Das Programm:

Josep Achron (1886-1943), Ciseaux, Danse nuptiale, Berceuse juive

Mieczyslaw Weinberg (1919-1996), Sonatine op. 46 (1949)

Sergej Prokofjew (1891-1953), Cinq mélodies op. 35b (1925)

Johannes Brahms (1833-1897), Wie Melodien zieht es  mir leise durch den Sinn … op. 105,1 (1886), Bearbeitung für Violine und Klavier von Jascha Heifetz (1901-1987)
Scherzo c-moll (o.op., 1853) , aus der F-A-E-Sonate von Schumann, Brahms und Dietrich für Joseph Joachim

Efrem Podgaits (*1949), Valse d’un film non existant , Pas des deux ironique

Igor Frolov (*1937), Fantaisie über Themen aus „Porgy and Bess“ von George Gershwin, op. 19 (1991)


Joseph Achron studierte in St. Petersburg bei Leopold Auer (Violine) sowie Komposition und Musiktheorie bei Anatoly Liadow. Selbst jüdischer Herkunft setzte er sich zeit seines Lebens mit jüdischer Musik auseinander. 1925 emigrierte er in die USA, wo er sich, trotz erster Erfolge, als Komponist nicht recht durchsetzen konnte. Der Einfluss der jüdischen Kultur ist in seinen Werken immer präsent – so auch im Hochzeitstanz der Scherenschnäbel und Jüdischen Wiegenlied.

Mieczyslaw Weinberg wuchs in Warschau in einer Musikerfamilie auf, spielte schon als Kind in jüdischen Theatern Klavier, komponierte erste Klavierstücke und wurde seit seinem 12. Lebensjahr an der Musikakademie zu einem exzellenten Pianisten ausgebildet. Als die Deutschen Polen überfielen, floh er über Minsk nach Taschkent, von wo aus Schostakowitsch ihn 1943 nach Moskau holte. Beide verband eine lebenslange Freundschaft. Weinberg schrieb 22 Sinfonien, 17 Streichquartette, 6 Opern, Ballette, Sonaten, Filmmusiken. Der sowjetischen Forderung nach größerer Einfachheit folgend, schrieb Weinberg 1949 die Sonatine, ein vergleichsweise „harmloses“ und mildes Werk mit nur gelegentlichen Eintrübungen.

Efrem Podgaits (*1949) studierte in Moskau bei Yuri Buzko und Nikolai Sidelnikow. Sein Oeuvre umfasst 12 Opern, 3 Sinfonien, 23 Concerti, Kantaten, Kammermusik, Film- und Theatermusik. Ein besonderer Schwerpunkt seines Schaffens gilt der Musik für Kinder. In seinen Kompositionen kombiniert Podgaits verschiedenste Idiome, denen er seinen eigenen Stil verleiht. Trotz rhythmischer Komplexität und resoluter Modernität bleibt seine Musik zugänglich, hat sie sich doch der Poesie und dem Humanismus verschrieben.

Igor Frolov begann mit 5 Jahren Geige zu spielen. Sein Studium beendete er 1965 bei David Oistrach, nachdem er bereits mehrere Violinwettbewerbe gewonnen und die Solistenkarriere eingeschlagen hatte. Er wurde Professor am Moskauer Konservatorium und ist seit 1994 künstlerischer Leiter und Dirigent der Moskauer Camerata. Auf Anraten Oistrachs begann Frolov zu komponieren. Seit seiner Kindheit interessierte er sich für den Jazz, was sich in seinen Kompositionen niederschlägt. Die Porgy and Bess - Fantaisie entstand in nur 3 Wochen. Frolov nennt sie „ein Gedicht über die Liebe“. Es ist die Geschichte zweier Menschen, die sich trotz aller Unterschiede und Hindernisse ineinander verlieben. Das Werk bringt mehrere Stimmungswechsel und zahlreiche virtuose Passagen; den Schluss bildet eine brillante Coda.

Alexandre Brussilovsky (*1953) studierte am Moskauer Konservatorium bei Yuri Yankelevich und Leonid Kogan. Schon als junger Shootingstar gewann er bei internationalen Wettbewerben. Vom Sowjetregime in seiner Laufbahn eingeschränkt, emigrierte er 1985 nach Frankreich, wo er eine späte, aber überaus erfolgreiche Karriere begann. Brussilovsky steht in der Geigertradition, die auf Leopold Auer und Joseph Joachim zurückgeht. Sein Repertoire umfasst u.a. musikalische Entdeckungen der zeitgenössischen Musik wie auch der russischen Barockzeit. Er ist Gründer des Labels Suoni e Colori und des Kammermusikfestivals Les MusiCimes (Frankreich) sowie des Festivals für französische Musik Pont Alexandre III in Moskau.

Ingmar Lazar (*1993 in Frankreich) wurde schon sehr früh als außergewöhnliches Talent entdeckt; bereits mit sechs trat er im Salle Gaveau in Paris auf. Erste Preise erzielte er u.a. bei Wettbewerben in Namur (EPTA, 2002) und Val D’Isère (2008). Lazar konzertiert auf wichtigen Bühnen in Europa, Israel und den USA, ist bei Festivals vertreten und tritt mit namhaften Orchestern auf. Mit Alexandre Brussilovsky hat er 2 CDs eingespielt. Zurzeit vervollkommnet er seine Studien an der Musikhochschule in Hannover und an der Internationalen Klavierakademie am Comer See.