26.11.2010 Virtuose Gitarrenmusik

Alexey Zimakov, Gitarre und Olga Anokhina, Klavier
Am 26. November, 20:00 Uhr, in der Alfred Schnittke Akademie, Max-Brauer-Allee 24, Hamburg-Altona

Das Programm:

Modest Mussorgsky (1839-1881) aus „Bilder einer Ausstellung“ (1874)
„Promenade“
„Der Gnom“
„Die Hütte der Baga-Jaga“
„Das große Tor von Kiew“
(bearb. für Gitarre solo von K. Yamashita)

Edison Denissow (1928-1996)
1. Satz aus der Sonate für Gitarre solo (1981)
Toccata

Anton Arensky (1861-1906)
Präludium und Scherzo

Henryk Wieniawski (1835-1880)
„Fantaisie brillante“ über „Faust“, Oper
von Charles Gounod (op. 20, 1865)

PAUSE

Niccolò Paganini (1782-1840)
3. Satz aus dem Violinkonzert Nr. 2, op. 7 (1826)
„La Campanella“

aus den “24 Capricen” op. 1 für Violine solo
Capricen Nr. 5, 2, 7
(Klavierstimme von Robert Schumann)

Camille Saint-Saëns (1835-1921)
Introduction e Rondo capriccioso op. 28 (1863)

Maurice Ravel (1875-1937)
„Tzigane“, Rhapsodie (1924)

Franz Waxman (Wachsmann) (1906-1967)
„Carmen-Fantasie“ über Themen
aus Georges Bizets Oper

Anmerkung:
Bis auf die Stücke von Mussorgsky und Denissow handelt es sich bei allen Werken um Transkriptionen für Gitarre und Klavier von Alexey Zimakov.

Gemeinhin bekannte virtuose Werke für Violine solo oder Violine und Orchester hauptsächlich aus dem 19. Jahrhundert, transkribiert für Gitarre und Klavier von Alexey Zimakov, bestimmen das Programm des heutigen Abends.
Eine Ausnahme bildet das Stück von Edison Denissow, der übrigens wie Zimakov und Anokhina aus dem sibirischen Tomsk stammt. Die Toccata ist der 1. Satz aus Denissows Sonate für Gitarre solo (1981), zu der noch die Sätze Berceuse und Souvenir d’Espagne gehören.  Detlef Gojowy schrieb über Denissows melodische Konstruktionen: „Jener eigentümliche Ton der ’Schwerelosigkeit’ in Denissows Melodik, der auch ein Ton der Zuversicht ist und des Mutes zur Identität, beruht technisch nicht zuletzt auf einer planmäßigen, gleichgewichtig verschränkenden Benutzung der Halbtöne. (…) Auch in diesen Solostücken, die den Charakter einer angenehmen und den Zuhörer nicht verwirrenden ‚Spielmusik’ tragen, baut Denissow auf seine zielstrebige Weise an Modellen einer utopischen Ordnung.“ Der Komponist selber erklärt: „Gemeint ist die Schönheit des Gedankens, wie sie von Mathematikern verstanden wird, oder wie sie von Bach und Webern verstanden wurde.“ Eines dieser Vorbilder – Bach (mit seinen Orgelfugen oder Lautensuiten)  bzw. eine allgemein barocke Motorik – scheint in der Toccata durch. Die Gitarrensonate ist Alexey Zimakov gewidmet.

Alexey Zimakov ist der erste russische Gitarrenvirtuose von internationalem Rang. 1971 in Tomsk geboren, bekam er als Neunjähriger ersten Gitarrenunterricht von seinem Vater. Anschließend absolvierte er extern die Musikschule in Tomsk. 1988 wurde er Student am Moskauer Gnessin-Musikinstitut. Seit 1990 ist er mehrfach Sieger nationaler und internationaler Gitarren-Wettbewerbe, u.a. 1991 bei der Guitar Foundation of America, Miami. In seinen Konzerten beschränkt sich Zimakovs nicht nur auf das klassische Gitarren-Repertoire. Bereits früh erregte er Aufsehen durch seine Transkriptionen virtuoser Violinmusik von Paganini, der Solosuiten für Laute von Bach, der Arpeggione“-Sonate von Schubert oder Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“. Dank einer besonderen Fingertechnik spielt Zimakov die Werke in ihrer Originaltonart und mit originalen Fingersätzen.

Olga Anokhina (*1955 in der Nähe von Tomsk) erhielt ersten Klavierunterricht an der Kindermusikschule in Bogaschewo (Gebiet Tomsk). Von 1971 bis 1975 besuchte sie die Klavierklasse der Kreismusikschule und studierte danach am Glinka-Konservatorium in Nowosibirsk. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Klavierlehrerin und Korrepetitorin an der Denissow-Musikschule von Tomsk, wo sie noch heute unterrichtet und die Abteilung der Ensemble-Fächer mit Klavier leitet. Als Begleiterin musiziert sie sowohl mit Instrumentalsolisten und Volksmusikgruppen als auch mit Sängern und Chören. Auf Wettbewerben wurde sie mehrfach als „beste Begleiterin“ ausgezeichnet. Seit 1999 konzertiert Olga Anokhina mit Alexey Zimakov und anderen Musikern.