01.02.08: Suslin Enescu Bartók

am 1. Februar 2008 um 20:00 Uhr im Kammermusiksaal, Max-Brauer-Allee 24, Hamburg, ein Programm von Nurit Stark, Violine, und Cedric Pescia, Klavier.

Programm:Viktor Suslin, „1756“ für Violine solo, 2005
George Enescu, Sonate für Violine und Klavier Nr.3 op.25, “Dans le caractère populaire roumain”
Belá Bartók, Sonate für Violine solo

An diesem Abend beziehen sich zwei Komponisten aus dieser Zeit auf große Komponisten der Vergangenheit – Mozart und Bach.

Nurit StarkViktor Suslin (*1942) gehört zu einer – wegen der Kriegsumstände – zahlenmäßig kleinen Generation russischer Komponisten, bei der wesentliche Unterschiede zur Vorkriegsgeneration ( Denissow, Schnittke, Gubaidulina) augenfällig sind. Dem Charakter nach ist Suslin eher ein Lyriker denn ein Dramatiker. Sein Werkverzeichnis ist nicht besonders umfangreich, dafür aber sehr vielfältig. Schon in seinen früheren Werken spricht Suslin eine durchaus selbständige Sprache. Minimalismus und Polystilistik sind ihm fremd.
Das Werk “1756″ ist eine Auftragskomposition für den Internationalen Violinwettbewerb Leopold Mozart (2006). 1756 ist nicht nur das Geburtsjahr von W.A. Mozart, sondern auch Entstehungsjahr der berühmten Violinschule seines Vaters. Aus dem Tonmaterial des Vorspiels zum 1. Satz des Streichquartetts C-Dur (“Dissonanzenquartett”) von W.A. Mozart (KV 465) leitete Suslin die Strukturelle Grundlage für seine Komposition ab. Das Werk wurde am 27.05.2006 in Augsburg von Nurit Stark uraufgeführt und ist ihr gewidmet. Mit dieser Darbietung erhielt sie einen Sonderpreis für die beste Interpretation eines modernen Werkes.

Die Komposition George Enescus zeigt einen von der Volksmusik Rumäniens inspirierten Charakter. Darauf weist zumindest der Untertitel “dans le caractère populaire roumain” deutlich hin. Die Musik seiner Heimat wird für den Komponisten zur Quelle für neue kompositorische Wege. Daraus folgen eine spezielle Art von Heterophonie, sehr subtile Aufführungsanweisungen zur Klangfarbengestaltung und eine improvisatorisch anmutende Ornamentik mit Viertelton-Schritten, die hohe spieltechnische Anforderungen stellt.

Belá Bartóks einziges Werk für Solovioline, die Sonata für Violine solo, wurde von Yehudi Menuhin in Auftrag gegeben. Das Werk stellt eine Hommage an J. S. Bach dar, insbesondere an dessen Sonate Nr.3 C Dur BWV 1005 für Violine Solo, die Bartók in einer Aufführung mit Menuhin gehört hatte. Den ersten Satz dieser Komposition bestimmen polyphone Variations – und Imitations-Techniken. Der zweite Satz ist eine vierstimmige Fuge mit einem chromatischen Thema. Diesem spiel-technisch äußerst komplexen Satz schließt sich mit der “Melodia” ein weit gespannter, einstimmiger Gesang an. Das rasante Finale stellt mit seinen ausgefeilten mikrotonalen Passagen neuartige Anforderungen an die Spielfertigkeit und Intonation des Geigers.

Eine junge Geigerin, die schon weit gereist ist und ihr Können unter Beweis stellen konnte, kommt nach Hamburg, um diese Kompositionen zu präsentieren: Nurit Stark. Auf vielen Festivals agierte sie weltweit solistisch mit Sinfonieorchestern und ist Preisträgerin bei vielen internationalen Wettbewerben. Sie ist in der Lage schwierigste Werke mit spieltechnischer Überlegenheit eindringlich zu interpretieren. Mit werkgerechter Einfühlung vermag sie Kompositionen überzeugend darzustellen, ohne ihr virtuoses Können vordergründig zur Schau zu stellen. In der zeitgenössischen Musik ist sie so eine besonders engagierte und interessante Interpretin.

Cedric Pescia übernimmt den Klavierpart. Er ist als Pianist ebenso ein festivalerprobter herausragender Musiker, der bereits mit vielen Sinfonieorchestern als Solist auf der Bühne stand und Preisträger mehrerer Wettbewerbe ist. Insbesondere setzt er sich darüber hinaus für kammermusikalische Aufführungen ein. Er organisiert und leitet eine Kammer-Musikreihe in Lausanne.

am 1. Februar 2008 um 20:00 Uhr
im Konzertsaal (ehemals Musikseminar)
Hamburg Altona, Max-Brauer-Allee 24
Eintritt: 15,00 €, ermässigt 10,00 €