11.05.2007: Rodion Zamuruev

Ein Abend mit Rodion Zamuruev, Violine am 11. 05. 2007, 20:00 Uhr, in den Räumen des Musikseminars Hamburg, Max-Brauer-Allee 24

Ideenreichtum und genaue Ausarbeitung mit den zur Verfügung stehenden Mitteln verlangen Solokompositionen vom Komponisten. Anhaltende Konzentration, ein differenziertes Gestaltungsvermögen und physische Ausdauer muss der Musiker mitbringen. So wird aus einem Solokonzert ein spannender Abend. Dieses kann uns der russische Geiger Rodion Zamuruev (geboren 1969) versprechen.

Mit Auftritten u. a. in der Schweiz, in Spanien, Belgien, Italien, Frankreich, Deutschland und natürlich Russland hat Zamuruev bereits eine glänzende Karriere hinter sich. Er konzertierte auf Festivals und in Einzelkonzerten, solistisch und in den unterschiedlichsten kammermusikalischen Besetzungen wie auch mit Orchestern. Er erhielt viele Preise und Auszeichnungen. Kritiker lobten die perfekte und brillante Technik, sein Einfühlungsvermögen sowie seine vielfältige Sichtweise in der Interpretation. Zamuruev ist in allen Stilrichtungen und Epochen heimisch, bevorzugt aber dabei die Musik des 20. Jahrhunderts.

Das Programm:

H. I. Biber (1644-1704) – “Passacaglia”
J. S. Bach (1685-1750) – “Chaconne” (aus der Partita d-moll für Violine solo)
E. Ysaye (1858-1931) – Sonata op. 27 No. 2

P a u s e

Alfred Schnittke – “Präludium in Memoriam Dmitri Schostakowitsch” (1975)
Svetlana Golybina – “Drei Bewegungen im Raum” (1982)
Alexander Wustin – “Widmung” (1984)
Ennio Morricone – “Elegia per Egisto” (1993)
Alfred Schnittke – “A Paganini” (1983)

Musikseminar Hamburg

am 11. Mai 2007 um 20:00 Uhr

im Musikseminar

Hamburg Altona

Max-Brauer-Allee 24

Die nächste Veranstaltung der Belaieff-Konzerte: am 5. Oktober 2007: Alexei Lubimov, Klavier

Das Programm an diesem Abend reicht vom Barock bis in die Gegenwart. Nach der berühmten und bei Geigern beliebten Passacaglia von H.I.F. Biber folgt ein erster Höhepunkt – J.S. Bachs ernste, aber sehr virtuose Chaconne aus der Partita d-moll.

Eugène Ysaye komponierte 1923 sechs Sonaten für Solovioline. Er war einer der bedeutendsten Violinvirtuosen seiner Zeit und interpretierte viele Kompositionen von Zeitgenossen. Seine zweite Sonate ist eine expressive Komposition, kühn und einfallsreich ausgearbeitet – voller Trauer und gipfelnd im Tanz der Furien im letzten Satz.

Eigenwillig sind die „Drei Bewegungen im Raum“ von Svetlana Golybina. Inspiriert von Texten Chlebnikows beschreibt sie ihr Werk als eine „Komposition aus Fragen“: „Misteriöser Klang der Violine … Was ist die Keimzelle des Schaffens?… Zeit nehmen, die Saite zu berühren?… Musik im Raum bewegen? … etc.“. Finden wir Antworten aus der Musik?

Ennio Morricone ist hauptsächlich als Komponist von Filmmusik bekannt. Dass er auch Kammermusik geschrieben hat, dürfte für viele eine Überraschung sein. Wie mag seine „Elegia per Egisto“ klingen?

Alexander Wustins Werke wurden bereits auf vielen bedeutenden Festivals für Gegenwartsmusik aufgeführt, z.B. beim Hollandfestival und in Donaueschingen. Diese Musik ist sehr persönlich; sie basiert auf einfachen, stimmigen Grundideen und wirkt somit klar, direkt und unakademisch. In seinem Werk lässt Wustin sozusagen nur die Urgründe kompositorischer Ideen gelten.

Der Wahl-Hamburger Alfred Schnittke ist weltweit durch seine polystilistische Kompositionstechnik, mit der er gekonnt historische Kompositionsstile verfremdete, bekannt geworden. So dürfen wir besonders gespannt sein auf seine beiden Stücke für Violine solo. Das Präludium in memoriam Dm. Schostakowitsch, komponiert für den Geiger Mark Lubotsky, lebt von der Idee einer Rückkehr zum Ursprung, wobei der Komponist in diesem Sinne symbolisch die Tonfolgen D-S-C-H und B-A-C-H verarbeitet hat. In seiner Komposition „A Paganini“ spielt Schnittke virtuos mit der Stilistik und Motiven des legendären „Teufelsgeigers“.