09.02.2007: Eugenij Tonkha und Michail Mordvinov

ein Abend mit Werken von Debussy, Rachmaninov, Sokolov, Suslin und Schostakowitsch

Eugenij Tonkha, Sohn des bedeutenden russischen Cellisten Vladimir Tonkha, gehört zu den besonderen Musikern der Gegenwart. Seine Spielweise offenbart ausgeprägte persönliche Eigenschaften. Mit feinem Formgefühl für die Ganzheit eines Stückes, gepaart mit einer lebendigen Ausdeutung des Notenmaterials, treibt er durch sein bewusstes, expressives Spiel den Energiefluss voran und baut so notwendige Spannungsbögen auf. Er studierte in Moskau und Berlin (hier bei D. Geringas) und spielte bereits weltweit auf vielen internationalen Festivals mit Sinfonie- oder Kammerorchestern und präsentierte seine Soloprogramme.Der Pianist des Abends, Michail Mordvinov, ist ein kongenialer Spielpartner. Er studierte in Moskau und Hannover, erhielt bereits viele Auszeichnungen und glänzte vielfach auf internationalen Festivals. Neben seinem Schwergewicht in der Romantik beschäftigt er sich intensiv mit zeitgenössischen Kompositionen, besonders im Bereich der Kammermusik. Bei ihm vereinen sich virtuoses Können mit glasklar differenziertem Anschlag und ausgefeiltem Klangsinn. Er setzt eigene, der Komposition entsprechende Akzente im Zusammenspiel, so dass ganzheitliche Klangbilder und Entwicklungen entstehen. Zusammen treiben beide den dramatischen Fortgang an: ein erlebnisreicher Abend steht bevor.

Musikseminar Hamburg

am 9. Februar 2007 um 20:00 Uhr

im Musikseminar

Hamburg Altona

Max-Brauer-Allee 24

Die Komponisten Claude Debussy und Sergej Rachmaninow sind uns gut bekannt. Jedoch sollten wir uns auf eine entschlackte Darbietung, durchsichtig, prägnant mit durchgehaltenen Tempi einstellen.Eine kurze Komposition, ruhig elegisch, von Nikolaj Sokolov hält uns in der Zeit der vorigen Jahrhundertwende, als sich Komponisten bei dem Stifter M.P. Belajeff in St. Petersburg zu Hauskonzerten trafen.Ein klanglich besonderes Stück aus gegenwärtiger Zeit ist Viktor Suslins Chanson contre raison von 1984. Der Titel bezieht sich auf ein altes Liebeslied aus der Zeit Guillaume de Machauts, ist aber in eine Art Mephistowalzer verwandelt. Bei dieser Komposition ist die C-Saite einen halben Ton tiefer gestimmt, erzeugt somit ein anderes Obertonspektrum und wird erst im letzten Drittel des Stückes auf Normalstimmung gebracht, so dass die Änderung der Klangfarbe wie eine Auflösung der vorherigen harmonischen Spannung wirkt.Schostakowitschs erste Cello-Sonate von 1934 beschließt den Abend. Es ist dies zumeist ein ausgeprägt linear melodisch angelegtes Stück mit weiten Spannungsbögen. Im Gegensatz dazu ergeben sich manchmal Passagen mit einer ahnungsvoll dunkel klingenden Atmosphäre. Ein furioses Allegro beschließt die Komposition.

Ausführende:Eugenij Tonkha / VioloncelloMichail Mordvinov / Klavier

Das Programm:Claude DebussySonate für Violoncello und Klavier d-moll (1915)Sergej RachmaninowSonate für Violoncello und Klavier g-moll op. 19 (1901)

Pause

Nikolaj SokolovPreludium für Violioncello und Klavier op. 26 Nr.1Viktor Suslin„Chanson contre raison“ Sonate für Violoncello solo (1984)Dmitri Schostakowitsch Sonate für Violoncello und Klavier d-moll, op. 40 (1934)das nächste Konzert in unserer Reihe:am 11.05.2007: Rodion Zamurujew, Violine