01.12.2006 Deutsche Erstaufführung: Valentin Silvestrov: Stille Lieder

ein Abend mit Holger Lampson (Bariton) und Alan Newcombe (Klavier), am 1. Dezember 2006 um 20:00 Uhr im Musikseminar Hamburg Altona, Max-Brauer-Allee 24

Deutsche Erstaufführung!

Valentin Silvestrov: Stille Lieder
zu Texten von: Evgeny Baratynsky / John Keats / Alexander Puschkin / Taras Shevchenko / Osip Mandelstam / Mikhail Lermontov / Fyodor Tyutchev / Percy Bysshe Shelly / Sergei Jesenin / Vasily Zhukovsky

Holger Lampson hat seinen Schwerpunkt in romantischen Liedern und zeitgenössischer Musik, ist weltweit auf Konzerttournee und als Gesangspädagoge (besonders in Russland) unterwegs und mit Kollegen Begründer des Musikseminars Hamburg.
Alan Newcombe studierte in London Klavier, ist Mitglied des Hildesheimer Klaviertrios und ist seit Jahren in Europa und weltweit auf Konzerttournee.

Bei dem Konzert werden der Komponist Valentin Silvestrov und die Musikwissenschaftlerin Tatjana Frumkis anwesend sein.

Ein eigenwilliger aber bedeutender Vertreter der sowjetischen Avantgarde ist der ukrainische Komponist Valentin Silvestrov. Seine „Stillen Lieder“ erscheinen merkwürdigerweise beim ersten Hinhören in auffallend traditioneller Gestalt. Erst bei aufmerksamem Hören erschließt sich die Eigenartigkeit und Neuartigkeit dieser Komposition. Es lässt sich dann erahnen, dass die Erarbeitung dieser durchgängig introvertierten Musik einen sehr eigenen Standpunkt erfordert und die Erfahrungen der Avantgarde einschließt. Für Silvestrov ist dies „….die Fortsetzung der avantgardistischen Bewegung, die sich in ihrer früheren Form … selbst erschöpft hat. Ich verspürte ein Bedürfnis nach Schweigen…. Stille Lieder sind ein vertontes Schweigen.“ Er nannte seinen daraus entstandenen, veränderten Stil „Metamusik“.

Valentin Silvestrov wurde in Kiew geboren. Hier verbrachte er seine Studienjahre und lebt dort heute als freischaffender Komponist. Er gilt als einer der führenden Vertreter der Kiewer Avantgarde, was ihm die Kritik der offiziellen Kulturbürokratie einbrachte. 1970 wurde Silvestrov aus dem Komponistenverband ausgeschlossen, was ihn in eine persönliche Isolation, dazu ohne Aufführungen und Aufträge, manövrierte. Man mag vielleicht denken, dass diese Situation nicht ohne entsprechenden Einfluss auf seine Arbeit blieb. Es war dies jedoch auch gleichzeitig jene Zeit, in der er seinen Kompositionsstil ohnehin änderte und seine „Stillen Lieder“ entstanden.

In diesen „Stillen Liedern“ verwendet Silvestrov Texte u.a. von Puschkin Lermontov, Jesenin, Mandelstam und Schewchenko (Ukrainer), sowie Shelly und Keats. Die Stimmen der so verschiedenen Dichter verschmelzen in dem Gesamtzyklus durch die Komposition zu einer Ganzheit. Silvestrov sah bei den bereits sehr bekannten Gedichten seine Aufgabe darin, sich lange mit den Gedichten zu beschäftigen und zu „…warten dass das Gedicht sich selbst singt“. So ergibt sich erneut ein Weg Text und Musik folgerichtig miteinander zu verschmelzen. Im Ergebnis lässt sich dieses hören.

Für die Interpreten ergeben sich daraus neue Aufgaben, dieses Moment hörbar zu machen. Spezielle Interpretationsanweisungen hat Silvestrov gegeben: z.B.: der Gesang soll mit dem Klavierklang verschmelzen, sich nicht vom Klavier lösen. Hier ist bereits eine besondere interpretatorisch sensible Aufgabe gegeben.

Dieses zu bewältigen, haben sich Holger Lampson und Alan Newcombe vorgenommen. Der milde spezielle introvertierte Baritonklang verbindet sich mit der warmen Klaviertongebung.

Holger Lampson hat seinen Schwerpunkt in romantischen Liedern und zeitgenössischer Musik, ist weltweit auf Konzerttournee und als Gesangspädagoge (besonders in Russland) unterwegs und mit Kollegen Begründer des Musikseminars Hamburg.

Alan Newcombe studierte in London Klavier, ist Mitglied des Hildesheimer Klaviertrios und ist seit Jahren in Europa und weltweit auf Konzerttournee.

Bei dem Konzert werden der Komponist Valentin Silvestrov und die Musikwissenschaftlerin Tatjana Frumkis anwesend sein.

Musikseminar Hamburg

am 1. Dezember 2006 um 20:00 Uhr

im MusikseminarHamburg Altona

Max-Brauer-Allee 24