30.10.2005: Duo A. Suslin / W. Gudi

Ein nicht alltägliches Duo ist in diesem Belaieff-Konzert zu hören: Kontrabass und Bajan, ein Knopfakkordeon, dass in der Russischen Klassikinterpretation einen gewichtigen Platz gewonnen hat. Besonders Werke von J. S. Bach und eigens komponierte Stücke der zeitgenössischen Musik werden darauf interpretiert. Der feine bis sonore Charakter dieses Instruments ergibt zusammen mit energisch warmen Kontrabaß-Spiel ein stimmig klingendes Duo. So beginnt einleitend das Programm mit Barockmusik. Arvo Pärts “Fratres” setzt dann einen meditativen Ruhepunkt. Dieses Stück existiert in verschiedenen Fassungen; hier wird es in einer klangvollen Version mit Bajan und Kontrabass geboten.

Die “Morgendämmerungsmusik” von Viktor Suslin, Alexander Suslin gewidmet, ist ein Solostück für Kontrabass. Hier werden listig raffiniert Mehrstimmigkeit und obertonreiche Klangfarben solistisch auf dem Kontrabass realisiert. Dieses erzeugt eine atmosphärisch feinsinnige Stimmung, die das Versprechen des Titels einlöst.

Das Programm:
H. Eccles, 1670 – 1742, Sonate, g-moll
G.F. Händel, 1685 – 1756, Konzert g-moll, Grave – Allegro
J.S. Bach, 1675 – 1750, Präludium und Fuge, e-moll
Bajan solo: A.Pärt, 1935, Fratres

Pause

S. Gubaidulina, 7 Präludien für Kontrabass solo, aus 10 Präludien für Vc solo 1974, Transkription: S. Gubaidulina
V. Suslin, Morgendämmerungsmusik 1997, Für Kontrabass solo
S. Gubaidulina, In croce 1979

Musikseminar
am 30.10.2005, 19:30 Uhr
Musikseminar Hamburg,Max-Brauer-Allee 24

Im Mittelpunkt des Programms steht die Komponistin Sofia Gubaidulina, eine der zur Zeit bedeutendsten lebenden Komponistinnen. Ihre Musik zeichnet sich durch Klarheit in der expressiven Botschaft und durch eindrucksvoll hörbare Formverläufe aus. Für Besetzungen mit Bajan und Streicher hat sie besondere Stücke geschrieben; so auch die Komposition “In croce”, die zunächst für Orgel und Cello komponiert war. Gubaidulina selbst hat dieses Stück für diese Besetzung umgearbeitet. Es sind zwei dramaturgische Funktionen auf die beiden Instrumente verteilt. Das Bajan beginnt leise in hoher Lage, der Bass kommt mit tiefen motivischen Klängen hinzu. Es entwickeln sich dramatische Cluster wie zu einem Kurzschluss: die Stimmlagen kreuzen sich. Das Bajan endet in tiefen abgründigen Klangfarben, während der Bass in höchsten Flageolet-Klängen vergeht. So wirkt die Komposition eindrucksvoll wie ein Verenden und gleichzeitig wie eine Auflösung in eine geistige Sphäre.

Eine weitere Komposition Gubaidulinas sind die Präludien für Cello solo, die speziell von ihr selbst für Alexander Suslin auf den Kontrabass übertragen wurden. Sie stellen auf einfühlsame Weise verschiedene Kompositionstechniken und Spielweisen des Instruments vor und bauen damit assoziationsreiche Klangräume.

Die Musiker

Alexander Suslin, 1971 in Moskau geboren, seit 1981 in Deutschland, studierte in Hamburg. Er wurde Mitglied des Improvisationsensembles “Astrea” mit Sofia Gubaidulina und Viktor Suslin. Als Solist hatte er viele Auftritte in Europa und auch Japan, u.a. bei Festivals in Österreich, England und Frankreich.

Waldemar Gudi, 1967 in Kasachstan geboren erhielt dort und in Russland seine musikalische Ausbildung. Viele Auszeichnungen bei Wettbewerben in Kasachstan, Russland und in der Schweiz begleiteten seinen Werdegang. In Hamburg unterrichtet er am Johannes-Brahms-Konservatorium.

Eintritt: 15,00 EUR, ermäßigt 10,00 EUR

Vorverkauf: Konzertkasse Gerdes, Rothenbaumchaussee 77, Tel. 040 450 350 60

Nächstes Konzert: V. Anohin – E. Blumina, am 03.02.2006