Aktuell

19.05.2016: Russische Preziosen für Fagott und Klavier

Elisaveta Blumina, Klavier
Mathias Baier, Fagott

Konzertflyer zum Download

Michail Glinka (1804-1857):
Sonatensatz g-Moll (1825-28) nach der unvollendeten Violasonate
Bearbeitet für Fagott und Klavier von Rainer Schottstädt

Leonid Desyatnikov (*1953):
„Nachklänge aus dem Theater“ (1980/2014) für Klavier
Ouvertüre. Masque – Aus Kaschtschejs Leben – Vaudeville – Jamais… (Elegie) –
Rondeau-Chase – Glockenspiel – Finale. Masque

Nikolai Rimskij-Korsakow (1844-1908):
„Hindu-Lied“ aus der Oper „Sadko“ (1896) bearbeitet für Fagott und Klavier

Valentin Silvestrov (*1937):
„Der Bote“ für Klavier (1996)

Pause

Felix Blumenfeld (1863-1931):
„Elegie“ und „Capriccioso“ op. 19 (1894), Bearbeitung für Fagott und Klavier

Reinhold Glière (1875-1956):
„Ballade“ op. 4 (1902) bearbeitet für Fagott und Klavier

Giya Kancheli (*1935):
aus den „33 Miniatures from Music for Stage and Screen“ (1965-2002) “ für Klavier

Vasily Kalinnikov (1866-1901):
„Chanson triste“ (1892/3) bearbeitet für Fagott und Klavier

Mathias Baier stammt aus Rostock. 1974 übersiedelte er mit der Familie nach Berlin, wo er die Spezialschule für Musik (heute C.Ph.E.Bach-Gymnasium) besuchte und anschließend Fagott an der Berliner Musikhochschule „Hanns Eisler“ studierte.

Er gründete das Bläserquintett „Kammervereinigung Berlin“, eines der wenigen Ensembles, das zweimal in Folge Preisträger beim ARD-Wettbewerb wurde, sowie Preisträger in Colmar und beim Deutschen Musikwettbewerb Bonn. Als Solist gewann Baier den 1. Preis beim Wettbewerb der Musikakademie in Warschau.

Nach 3-jähriger Substituten- und Praktikanten-Tätigkeit an der Staatskapelle Berlin trat Baier 1987 die Stelle des Solo-Fagottisten in diesem Orchester an. Seit 1994 ist er außerdem Solo-Fagottist im Orchester der Bayreuther Festspiele.

Vielfältige Tätigkeiten, musikalisch und organisatorisch, in diversen Kammermusik-Vereinigungen weisen Mathias Baier als gefragten Kammermusiker aus, was auch zahlreiche Preise und CD-Produktio-nen mit diesen Ensembles belegen: „Berliner Fagott-Quartett“, „Ensemble Blumina“, „Bläserquintett der Staatskapelle Berlin“, „13 Solo-Bläser des Bayreuther Festspielorchesters“, „Berliner Bläsersolisten“, u.a.

Als Dozent für Fagott und Kammermusik an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater, am „Orchesterzentrum NRW“ und als Mentor an der Orchesterakademie der Staatskapelle Berlin betreut Baier sehr erfolgreich junge Nachwuchs-Musiker. Ende 2013 folgte Baier dem Ruf auf eine Professur für Fagott an die Hochschule für Musik in Dresden.

***

16-jährig debütierte die gebürtige St.Petersburgerin  Elisaveta Blumina mit Brahms’ Klavierkonzert Nr. 1 mit dem Leningrader Symphonieorchester. Nach ihrem Umzug nach Hamburg setzte die junge Pianistin hier ihr Studium fort; bereits mit 23 wurde sie Preisträgerin mehrerer internationaler Wettbewerbe, darunter dem Int. Brahms Wettbewerb. Ihre Einspielung der Klavierstücke op. 76 und der Klaviersonate Nr. 2 von Johannes Brahms fand allseits große Anerkennung.

Neben dem klassischen Repertoire setzt sich Blumina intensiv mit der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts auseinander. Davon zeugen ihre international gelobten Aufnahmen der Werke des polnisch-jüdi-schen Komponisten Mieczysław Weinberg, für dessen Wiederentdeckung sich Blumina unermüdlich einsetzt. Beim Label cpo entsteht z.Zt. eine Serie von CDs mit Klavier- und Kammermusikwerken Weinbergs. Außerdem besteht eine langfristige Kooperation mit dem Label Naxos, sodass sie laufend weitere sowjetische und moderne russische Literatur (Valentin Silvestrov, Giya Kancheli, Galina Ustwolskaja usw.) einspielt.

Internationale Anerkennung erspielte sich Blumina mit Auftritten in der Carnegie Hall (New York), der Berliner Philharmonie, der Hamburger Laeiszhalle, der Beethovenhalle Bonn und der National Concert Hall Dublin. Als Solistin trat sie mit vielen renommierten Orchestern auf – darunter die Dresdner Philharmoniker, das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, das Malaysian Philharmonic Orchestra, die Sinfonia Varsovia, die Staatskapelle Halle sowie die Moskauer Virtuosen.

Elisaveta Blumina ist auch eine gefragte Kammermusikerin. Zu ihren Partnern zählen Kolja Blacher, Pierre Amoyal, John Zorn, das Artemis Quartett, das Vogler Quartett, Wenzel Fuchs, Hans-Udo Heinzmann, Johannes Moser, Marina Prudenskaya und Vassily Lobanov. Ferner ist sie ein gern gesehener Gast bei den Festivals in Verbier, Lockenhaus, Colmar und beim Schleswig-Holstein Musik Festival.

Die Wiederentdeckung vergessener oder unterschätzter russischer Komponisten, unentdeckter „Juwelen der Kammermusik“, aber auch die Förderung besonders begabter junger Musiker sind ihr ein großes Anliegen.

Weitere regelmäßige Aktivitäten: Mitarbeit beim Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds der Stiftung Musikleben, Partnerschaft mit dem Bläserquintett der Staatskapelle Berlin, mehrfach prämierte Liedbegleiterin (z.B. Hamburger Opernsalon), künstlerische Leiterin des „Kammermusikfestes Hamburg International“ (seit 2012) sowie des „Giluim“ Festivals in Schönebeck, 2008 Gründerin des „Ensembles Blumina“ mit Kalev Kuljus (Solo-Oboist des NDR Sinfonieorchesters Hamburg) und Mathias Baier (Fagott). Die erste CD-Einspielung dieses Ensembles mit Trios von Poulenc, Francaix und Previn wurde 2014 mit dem ECHO Klassik-Preis prämiert.

11.02.2016: RUSSISCHE MUSIK FÜR SAXOPHONQUARTETT

mit dem sonic.art quartett, Berlin

 

Programm am 11. Februar 2016

Konzertflyer zum Download

Dmitri Schostakowitsch (1906-1975):

Zwei Stücke für Streichquartett (1931)

bearbeitet für Saxophonquartett von Annegret Schmiedl

Elegie – Polka

 

Alexander Glasunow (1865-1936):

Saxophonquartett op. 109 (1932)

I Allegro –

II Canzona variée: Variation I, Variation II, Variation III – á la Schumann,

Variation IV – á la Chopin, Variation V – Scherzo

III Finale

 

Pause

 

Tigran Mansurian (*1939):

Lachrymae“ (1999/2015)

Fassung für Sopransaxophon und Tenorsaxophon – Uraufführung

 

Modest Mussorgsky (1839-1881):

Bilder einer Ausstellung“ (1874)

bearbeitet für Saxophonquartett von Johan van der Linden

 

Promenade

I Der Gnom

Promenade

II Das alte Schloss

Promenade

III Die Tuilerien (spielende Kinder im Streit)

IV Der Ochsenkarren

Promenade

V Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen

VI Samuel Goldenberg und Schmuyle

Promenade

VII Der Marktplatz von Limoges (Die große Neuigkeit)

VIII Die Katakomben (Römische Gruft)

Promenade (Cum mortuis in lingua mortua)

IX Die Hütte der Baba-Jaga (die Hütte auf Hühnerfüßen)

X Das große Tor von Kiew

SONIC.ART SAXOPHONQUARTETT

 

Ruth Velten (Sopransaxophon)

Alexander Doroshkevich (Altsaxophon)

Adrian Tully (Tenorsaxophon)

Annegret Schmiedl (Baritonsaxophon)

 

unterwegs

Von Japan nach Nigeria, von Russland nach Mexiko, von Algerien bis ins entlegenste Städtchen Irlands: So weit reiste sonic.art, um eine außergewöhnliche Mischung aus neuer Musik und klassischem Saxophonquartett-Repertoire zu präsentieren. Ebenso international ist auch die Besetzung – die vier Musiker leben und arbeiten in Berlin, stammen aber aus Deutschland, Australien und Weißrussland.

 

Highlights

TV-Sendung (arte) ,Stars von Morgen‘ mit Rolando Villazón
Konzerte als Solisten mit den Orchestern: Philharmonie Berlin, Konzerthaus Berlin, Gewandhaus Leipzig
Portraitkonzert Sofia Gubaidulina beim Schleswig-Holstein Musikfestival
Kammermusikkonzerte im Gasteig München
Preisträgerkonzert des Deutschen Musikwettbewerbs in der Philharmonie Essen
Konzert im Concertgebouw Amsterdam, live übertragen auf Radio 4

 

Preise

Deutscher Musikwettbewerb, Salieri-Zinetti Kammermusikwettbewerb, Bergamo Classic Music Award, Kammermusikwettbewerb Karlsruhe, Int. Wettbewerb für zeitgenössische Musik Krakow, Newcomer Ensemble der Jeunesses Musicales Deutschland

 

Festivals

Schleswig-Holstein Musikfestival, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, mdr Musiksommer, Sofia Gubaidulina Festival Hannover, Festival de México, Warschauer Herbst, Cambridge Summer Music Festival, Pyramidale, Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, Intersonanzen, Weingartener Tage für Neue Musik, Festival Sinfonique Algerien, Northern Aldborough Festival

 

Presse

“Die Überflieger waren da!” Clarino
“…eine Ohrendusche mit Hochdruckstrahler, den die sonic.art mit stahlharten Nerven genau aufs Trommelfell setzt. Wunderbar!” 
Ensemble
“Mit Akribie und Esprit, mit der Präzision eines Uhrwerks und absolut sicherer Tongebung an allen Pulten.” 
Die Rheinpfalz
“Ein spektakuläres Saxophonalbum klassischer Güte!” 
Rondo

 

Projekte und Zusammenarbeit mit

der Kulturverwaltung des Landes Berlin, dem Auswertiges Amt, der Initiative Neue Musik Berlin, der Deutschen Stiftung Musikleben, dem Goethe-Institut, dem Deutschen Musikrat, mit den Firmen BG France, Selmer, Vila Musica, dem Regierenden Bürgermeister zu Berlin

 

 

Ruth Velten wurde in Flensburg geboren. Sie studierte an der Universität der Künste Berlin und der HfM Köln Musikerziehung (Diplom) und Saxophon (künstlerisches Hauptfach). Ihr Konzertexamen legte sie an der HfM ‘Hanns Eisler’ bei Prof. Eberhard Feltz und Prof. William Forman ab, außerdem studierte sie Musikwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ruth war Akademistin der Internationalen Ensemble Modern Akademie und Stipendiatin der Kulturstiftung des Bundes, der Meinertschen Stipendienstiftung sowie der Deutschen Stiftung Musikleben.
Ihr besonderes Interesse gilt der zeitgenössischen Musik. Sie ist Mitglied des Ensembles für Neue Musik LUX:NM Berlin, Interpretin in verschiedenen Ensembles (Ensemble Modern, Ensemble Adapter sowie zu Gast bei den Berliner Philharmonikern, der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern. Mit dem Ensemble Modern und Dietmar Wiesner veröffentlichte sie das Soloalbum „Ghibli“ (EM Medien). Ruth ist Gründungsmitglied des sonic.art Saxophonquartetts.

 

Alexander Doroshkevich stammt aus Minsk, Weißrussland. Seinen ersten Instrumentalunterricht hatte er mit einem Bajan (Knopfakkordeon); im Alter von 11 Jahren wechselte er zum Saxophon.Nach einem Musikfachschulabschluss bei Georgij I. Kosodoj (Klarinette) und einem Jahr an der Akademie für Musik bei Prof. Dr. Boris V. Nichkov in Minsk (Oboe), zog er nach Berlin, um an der HfM ‘Hanns Eisler’ bei Detlef Bensmann und Johannes Ernst zu studieren. Alexander war Mitglied im Berliner Saxophon Ensemble und spielt momentan in verschiedenen Besetzungen (Minimalmusic-Projekte im Redux Orchestra, Leitung Ari Benjamin Meyers, wie auch Sinfoniekonzerte im Konzerthausorchester Berlin und im Deutschen Symphonie-Orchester Berlin).
Alexander ist verheiratet mit der Sängerin Evelina Dobraceva und hat zwei Kinder. Seit 2006 ist er Altsaxophonist des sonic.art Saxophonquartetts.

 

Adrian Tully wuchs in Brisbane, Australien, auf. Eigentlich wollt er gern Saxophon spielen wie sein älterer Bruder, doch als man ihn in ein Klarinetten- und ein Trompetenmundstück blasen ließ, bescheinigte man ihm eine Tauglichkeit für Violine oder Flöte. Er entschied sich vorerst für Letzteres. Ein Jahr später wurde das Saxophon sein Zweitinstrument und mit Eintritt ins Queensland Konservatorium sein Hauptinstrument. Nach dem Bachelor-Abschluss in Brisbane bei Barry Bobart zog er nach Paris, um dort mit Jean-Yves Formeau und Christian Wirth zu studieren. Am Konservatorium van Amsterdam beendetete Adrian sein Master-Studium bei Arno Bornkamp. 2010 zog er nach Berlin und erhielt kurz darauf eine Stelle als Baritonsaxophonist im Polizeiorchester Schwerin. Adrian spielte mit dem Queensland Symphony Orchestra, dem Niederländischen Radio Kammerorchester und den Berliner Philharmonikern. Er ist Mitglied des Ensembles Selmer Saxharmonic und des Saxophonduos ‘The long and the short of it’ mit Christoph Enzel. Seit 2012 ist er Tenorsaxophonist des sonic.art Saxophonquartetts.

 

Annegret Schmiedl stammt aus Schmölln in Thüringen. Sie begann ihre musikalische Ausbildung im Alter von 7 Jahren mit dem Geigenspiel. Saxophon studierte sie zunächst in Dresden u.a. bei Richy Beirach und Till Brönner. Später wechselte sie an die HfM ‘Hanns Eisler‘ Berlin, um klassisches Saxophon zu studieren. Während dieser Zeit besuchte Annegret Meisterkurse bei Arno Bornkamp, Claude Delangle, Jean-Marie Londeix und Vincent David. Nach ihrem Abschluss als Orchestermusikerin absolvierte sie mit sonic.art ein Kammermusikstudium (mit Konzertexamen) bei Prof. Eberhard Feltz und Prof. William Forman. Neben ihrer Tätigkeit im Quartett hatte sie Engagements u.a. an der Komischen Oper Berlin, im Filmorchester Babelsberg und am Deutschen Theater (,Tartuffe‘ mit Robert Gallinowski). Im kommenden Jahr wird Annegret als Solistin mit dem Gewandhaus-Chor Leipzig zu hören sein. Annegret ist Gründungsmitglied des sonic.art Saxophonquartetts.

08.10.2015: SERGEJ TANEJEW ZUM 100. TODESJAHR

Streichtrios h-Moll und Es-Dur

mit dem Lubotsky Trio

 Das Hamburger Lubotsky Trio würdigt einen russischen Komponisten, der zu Unrecht „nur“ ein Gehimtipp ist, denn Tanejew (1856-1915) zählt zu den bedeutendsten Meistern der russischen Spätromantik und gilt als größter Kontrapunktiker seiner Zeit. Seine Musik ist polyphon-komplex, prachtvoll-monumental, seelenlabyrinthisch, zärtlich-melodios.

Erfahren Sie mehr über den „russischen Brahms“, der selber Brahms‘ Sentimentalität hasste, über den Schüler und Freund Tschaikowskys sowie Lehrer Scriabins und Rachmaninows, über diesen eingefleischten Junggesellen, Antialkoholiker, politisch engagierten Liberalen, frugal (in einem Haus ohne fließendes Wasser, Strom und Telefon) lebenden Komponisten, Pianisten, Professor für Harmonielehre, Kontrapunktik, Klavier und Komposition.

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Programm

 PROGRAMM

Sergej Tanejew (1856-1915)

Trio h-Moll (1913)

für Violine, Viola und Violoncello

 I Allegro

II Tema con variazione

Trio Es-Dur op. 31 (1910/11)

für Violine, Viola und Violoncello

 I Allegro con brio

II Scherzino. Allegretto vivace

III Adagio espressivo

IV Finale. Presto

 

 Lubotsky Trio: Mark Lubotsky (Violine), Ferdinand Erblich (Viola), Olga Dowbusch-Lubotsky (Violoncello)

Am Moskauer Konservatorium war Mark Lubotsky Schüler von Abram Jampolski und David Oistrach. Nachdem er mehrere internationale Musikwettbewerbe gewonnen hatte (u.a. den Mozartwettbewerb in Salzburg), trat er mit den bedeutendsten Orchestern der Welt auf und arbeitete mit Dirigenten zusammen wie Benjamin Britten, Kyrill Kondraschin, Eugene Ormandy, Mstislaw Rostropowitsch, Jewgeni Swetlanow, Bernard Haitink, Gennadi Roschdestwenski und Kurt Sanderling. Lubotsky machte sich auch einen Namen als Pädagoge. Er unterrichtete zunächst am Moskauer Gnessin-Institut und nach seiner Emigration am Amsterdamer Konservatorium und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Er war Gast zahlreicher Festivals und hielt mehrfach Meisterkurse u.a. in Australien, Japan (Toho-Universität, Tokio), Neuseeland (Oakland University), Großbritannien (Guild Hall School of Music, London) sowie am St. Petersburger Konservatorium, der Sibelius-Akademie in Helsinki und der Alfred Schnittke Akademie in Hamburg. Mit dem Komponisten Alfred Schnittke verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Nachdem er 1963 dessen erstes Violinkonzert in Moskau uraufgeführt hatte, widmete Schnittke ihm sein zweites Violinkonzert und drei seiner Violinsonaten. Mit Irina Schnittke und Mstislaw Rostropowitsch spielte er auch die Uraufführung von Schnittkes Klaviertrio. Unter der Leitung von Benjamin Britten spielte er dessen Violinkonzert auf LP ein; Britten erklärte: „This ist he performance I have been waiting for“. Lubotskys Interesse gilt neben dem klassisch-romantischen Repertoire vor allem der zeitgenössischen Musik.

Ferdinand Erblich (*1946) wuchs inmitten der reichen Musiktradition Wiens auf. Er begann zuerst Geige zu spielen und studierte dieses Instrument bei Josef Sivó an Wiener Musikhochschule. Später entschloss er sich Bratschist zu werden und setzte sein Studium fort u.a. bei Hatto Beyerle, dem Bratschisten des Alban-Berg-Quartetts. Ein wichtiger Lehrer für ihn war auch Peter Schidloff, Bratschist des legendären Amadeus-Quartetts. Von 1970 bis 1974 war Erblich Solobratschist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München, später beim Gürzenich-Orchester Köln. Nebenher trat er häufig als Solist und Kammermusiker auf. 1976 war er Mitbegründer des Orlando-Quartetts (seit 1998 Párkányí Quartett) und unternahm mit diesem Ensemble Konzertreisen durch die ganze Welt. Seit 1983 unterrichtet Ferdinand Erblich am Königlichen Konservatorium Den Haag. Als Kammermusiker ist Erblich im In- und Ausland viel gefragt. Er hat zahlreiche CDs eingespielt, davon 7 bei Philips, und zwei ausgezeichnet mit dem Grand Prix du Disque. Ferdinand Erblich spielt auf einer Bratsche des Turiner Meisters Alessandro D’Espine aus dem Jahre 1840.

 Olga Dowbusch-Lubotsky stammt aus Saratow in Russland. Sie bekam ihren ersten Cellounterricht bei V.M. Kirillow und studierte am Saratow-Konservatorium in der Klasse von Prof. L. Gohman, einem Schüler Rostropowitschs. In Moskau studierte sie später bei G. Mdoyan. 2001 absolvierte sie das Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg (Klasse von Prof. W. Mehlhorn). Ein weiterer wichtiger Lehrer war der Cellist Alexander Baillie. Olga Dowbusch-Lubotskys rege Konzerttätigkeit als Solo-Cellistin und Kammermusikerin (vor allem mit dem Lubotsky Trio) führte sie durch ganz Europa, Russland und die USA. Zu ihren Kammermusikpartnern zählen Irina Schnittke, Katarina Andreasson, Brenno Ambrosini, Vladimir Mendelssohn, Dmitri Vinnik und Ferdinand Erblich.

04.06.2015: ZUM 100. TODESTAG VON ALEXANDER SCRIABIN (1872-1915)

ICH BIN DIE WELT, BIN EIN ERINNERN, BIN EIN TRAUM
ZUM 100. TODESTAG VON ALEXANDER SCRIABIN (1872-1915)

Das Klavierduo Shoko Hayashizaki – Michael Hagemann zählt seit 30 Jahren mit seinen einzigartigen Programmkonzeptionen zuden vielseitigsten und kreativsten Vertretern seines Genres.
Weitere Informationen zum Duo: Russisch zu vier Händen

Zum Profil des Belaieff-Musikverlages gehörte, dass zu jedem Orchesterwerk ein vierhändiger Klavierauszug in Auftrag gegeben und veröffentlicht wurde. Diese weise und weitsichtige Entscheidung macht es möglich, sinfonische Werke Scriabins und seines Umfelds in vortrefflichen Transkriptionen für Klavier zu 4 Händen zu spielen. Kombiniert mit der Skriabinade des holländischen Komponisten Jan Masséus gibt der Abend einen Überblick über das Schaffen eines großen Visionärs der Musikgeschichte. Die Zuhörer erfahren biographische Details zu Scriabin, seinen Förderern und den aufgeführten Werken.

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Programm

N. Rimskij-Korsakow

Sheherazade op 35

A. Scriabin

Rêverie, op. 24 (1899)
Sinfonie Nr. 1 op. 26 (1899)
Sinfonie Nr. 2 op. 29 (1901)

Jan Masséus

SKRIABINADE op. 60a (1983)

A. Glasunow

Walzer, aus 5 Noveletten op. 15 (1881)

A. Scriabin

Sinfonie Nr. 3 op. 43 »Le Divin Poème« (1905)

A. Glasunow

»A la mémoire de Wladimir Stassow« op. 85,1

 

16.04.2015: RUSSLAND VIRTUOS

EINE REISE DURCH 100 JAHRE RUSSISCHE KLAVIERMUSIK

mit dem russisch-britischen shooting star

VERONIKA SHOOT

(Klavier)

Deutschland-Début

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Programm:

Sergej Prokofjew: Klaviersonate Nr. 3 op. 28

Alexander Scriabin: Klaviersonate Nr. 3 op. 23

S. Rachmaninow: aus “Six moments musicaux” op. 16

Dm. Schostakowitsch: aus „24 Präludien“ op. 34

Vladislav Shoot: “Silhoutettes” (9 Miniaturen)

Vladislav Shoot: aus dem “Kinderalbum”

Eli Shoot: Elegie

 

Meine Finger schmerzen, wenn ich Scriabin spiele“,

schrieb der junge Prokofjew; er bewunderte Scriabin sehr.

 

Die junge Pianistin Veronika Shoot

selber fast noch ein Tasten-Wunderkind –

nimmt es gleich mit vier Großmeistern auf:

voller Spielfreude und Leichtigkeit,

energisch zupackend, souverän und sensibel.

 

Besonderes Highlight: mit im Gepäck

Kompositionen ihres Vaters und Bruders.

 

Geboren in Moskau, aufgewachsen in einer

Musiker-Familie, ausgebildet in England,

aufgetreten von Schottland bis Kolumbien,

von Frankreich bis Israel … und nun Hamburg!

 

Veronika Shoot war 5 Jahre alt, als ihre Familie von Russland nach England emigrierte. Nur ein Jahr später bescheinigte Yehudi Menuhin dem Mädchen: „destined to become a great pianist“. Ihren ersten Klavierabend gab Veronika mit sieben. Von 1998 an studierte sie als Vollzeitstipendiatin an zwei berühmten Londoner Musikschulen für hochbegabte Kinder – der Yehudi Menuhin School und der Purcell School. Ihre Professoren dort waren die renommierten Pianistinnen Irina Zaritskaya und später Tatiana Sarkissova. Im Alter von 12 Jahren war Veronika die jüngste Pianistin, die für die „Young Pianist Foundation“ an einer dreitägigen Konzertreise zum Amsterdamer Konservatorium und dem Königlichen Konservatorium Den Haag teilnehmen durfte. Von diesem Ereignis zeugt eine live CD-Produktion durch das Label YPF unter der Schirmherrschaft von Vladimir Ashkenazy. Noch während ihres Studiums an der Purcell School wurde Veronika eingeladen, mit dem Geiger Jack Liebeck bei einem Wohltätigkeitskonzert in der Gabriel-Oper im Schloss Versailles Ernest Chaussons Konzert für Klavier, Violine und Streichquartett aufzuführen.

Veronika Shoot hat bereits zahlreiche Konzerte in renommierten Konzertsälen bestritten: u.a. in Großbritannien (Queen Elizabeth Hall, Wigmore Hall, The Purcell Room, Steinway Hall, Dartington Hall), in Frankreich (Versailles, Genf) , Holland (Amsterdam, Den Haag), Israel (Sde Boker) und Istanbul (Int. Mozart Festival). Auch auf Privat- und Wohltätigkeitsveranstaltungen ist sie aufgetreten, u.a. vor Mitgliedern des britischen Königshauses, vor Tony Blair in Downing Street No 10 oder bei den schottischen Pushkin-Prizes vor Lady Butter, einer Nachfahrin Puschkins und Ururenkelin Zar Nikolaus‘ I.

Aufgewachsen in einer Künstler-Familie – Vladislav Shoot, ihr Vater, und ihr Bruder Eli sind Komponisten, die Mutter Künstlerin – war Veronika schon immer neugierig, das breite Spektrum der Neuen Musik zu erforschen und aufzuführen. Anlässlich Schostakowitschs 100. Geburtstag 2006 wurde sie eingeladen, auf BBC Radio 3 dessen Präludien sowie Werke ihres Vaters zu spielen. Auch auf den Sendern BBC spotlight News und ITV konnte man sie hören. Beim Yamaha International Piano Competition wurde sie als Finalistin mit einem Spezialpreis ausgezeichnet.

Veronika Shoot absolvierte 2011 die Londoner Royal Academy of Music mit Auszeichnung und machte 2013 ihren Master am Royal Conservatoire of Scotland. Sie nahm an Meisterkursen von Dmitri Bashkirov, Murray Perahia, Jean-Bernard Pommier, John Lill, Boris Berman, Pascal Devoyon, Joanna MacGregor u.a. teil. Als Teilnehmerin der Tel Hai International Piano Master Classes in Israel studierte und konzertierte sie bei Emanuel Krasovsky.

In jüngster Zeit tourte Veronika Shoot durch die Niederlande, Großbritannien und Ungarn (mit dem Geiger Leonard Schreiber). Insbesondere ihre Tournee durch Kolumbien mit der Bogotá Filarmonica, bei der sie Martinůs Doppelkonzert aufführte, erntete viel Kritiker-Lob. Auf Konzert-reisen durch England spielte sie mit dem Torbay Symphony Orchestra und dem Exeter University Orchestra Mozarts Klavierkonzert Nr. 24 in c-Moll, Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2, Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 und Saint-Saëns‘ Klavierkonzert Nr. 2.

Das Erscheinen ihrer neuen CD Silhouettes, mit live-Aufnahmen aus den größten Konzert-sälen Londons und Moskaus, war im Oktober 2011 mit einem Solo-Auftritt auf dem Int. Arts Campus DeSingel in Belgien verbunden. Ihr Schottland-Début bestritt Veronika im Mai 2012 mit Rachmaninows 2. Klavierkonzert zusammen mit dem Royal Scottish National Orchestra unter der Leitung von Christian Kluxen. Im Februar 2013 gab sie einen viel beachteten Kammermusikabend mit Leonard Schreiber im legendären Brüsseler Palais des Beaux Arts (Bozar). Kurz darauf führte sie in der Londoner Musik-Kirche St. John’s, Smith Square, mit dem neu gegründeten Orchester „Les Voix Nouvelles“ unter der Leitung von Jean-Louis Gosselin Strawinskys Konzert für Klavier und Blasorchester auf.

 


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